Es gab vor und auch während dieser Pokalbegegnung eine klare Rollenverteilung. Der um zwei Klassen höher spielende Oberligist aus Gera bestimmte das Geschehen recht deutlich.
Die Wismut-Kicker hatten sich das Treiben auf dem Platz eine Viertelstunde angeschaut und schließlich dann allumfassend aufgedreht. Und die Mannschaft von Trainer Steffen Geisendorf war sogar ohne acht Stammspieler angereist. Dies zeigt dann auch noch einmal die Klasse der Gästemannschaft ...
Es war Kerwa in Steinach. Zu diesem Fest hatte sich dann mit dem Oberligaaufsteiger aus Gera auch gute Fußballkost abgekündigt. Und die Heimmannschaft wollte natürlich den Fans - dieses Mal waren es immerhin 520 Zuschauer / in der Vorwoche gegen Gotha waren es ja lediglich 86 - auch einen guten Kirmesauftritt präsentieren. Der kämpferische Einsatz und die Spielaufteilung passten. Wichtig für Steinach war, dass sie gut in die Zweikämpfe kommen wollten und natürlich auch viele dieser direkten Vergleiche gewinnen wollten. Eine konsequente Viererkette das sein Übriges! Und 18 Minuten sah dies recht ordentlich aus. Aber dann kam Sand ins Getriebe. Einen gelungenen Spielzug über die rechte Seite über vier Stationen schloss der Goalgetter der Gäste Marcel Kiessling mit dem Führungstreffer ab. Und in der Viertelstunde vor der Pause drehten die Gäste dann enorm auf. Denn während dieser Zeit machte der Oberligist vier Buden und so stand es beim Pausengang bereits 0:5. Teilweise hatte Gera hier leichtes Spiel. Wo war beim 0:5 die Gegenwehr. Ein Freistoßball aus der eigenen Hälfte von Niclas Kubitz über das Halbe Feld geschlagen, landete bei Califo Balde – der auf zehn Meter keinen Gegenspieler hatte - und seine Hereingabe schoss Philipp Sovago in die Maschen. Was bei den Gästen auffällig war. Sie hatten an Körperhöhe ein klares Plus gegenüber den Steinacher Kickern. Dies nutzten sie in der Abwehr und natürlich bei Standards (Freistöße und Ecken) auch ihrerseits im Angriff. Und bei jedem Torerfolg kam die Kompletter Mannschaft (außer Keeper Leon Seefeld) zum Gratulieren.
Nach dem Seitenwechsel waren die Vorgaben klar: nur nicht abschießen lassen. Und vielleicht hilft hier ein Herangehen mit 0:0 beim Wiederbeginn auch mit. Ja, es blieb im Rahmen. Und die Fellbergkicker erarbeiteten sich sogar den Ehrentreffer. Zunächst agb es Torannäherungen durch Jannik Träger und Bastain Leipold. Und in der 87. Spielminute war es dann soweit. Einwechsler Max Hausdörfer wuchtete das Leder nach einer Ecke von Philipp Sell über die Torlinie. Für den jungen 19-jährigen Mann war es natürlich was Besonderes, gegen den Oberligisten getroffen zu haben. Und es dürfte sogar sein erster ballkontakt gewesen sein. Im Übrigen war dieser Treffer eine Co-Produktion der beiden Youngster auf dem Platz.
"Tanne" legt doppelt auf
Schade, dass die Sprecheranlage nur ganz kurz vor Spielbeginn auch funktionierte. So mussten die Kirmesbesucher auf die Durchsagen der Torschützen verzichten. Allerdings konnte so der ehemalige Steinacher Bub Niklas Tanneberg bei seiner Einwechslung auch nicht begrüßt werden.
Mit dem Treffen der beiden Spezies Oliver Heublein auf Niklas Tanneberg auf dem Platz wurde es zunächst nichts. Der Mannschaftskapitän der Platzhirsche Heublein führte seine Mannschaft aufs Feld, aber der Ex-Steinach und nun im Diensten des Oberligisten stehende Tanneberg war zunächst nur auf der Bank. Er kam dann in der 63. Spielminute und bezog hier im Mittelfeld hinter dem dreifachen Torschützen Marcel Kiessling Position. Die Begegnung war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden. Aber Tanne – sein Spitzname schon aus Steinacher Zeiten – fiel als Vorbereiter auf. Denn mit zwei punktgenauen Flanken setzte er seine Mitspieler sehr gut ein. Und Marcel Kiessling und Louis Schädel bedankten sich mit Treffern.
Die Statistik zum Spiel:
Torfolge: 0:1 Marcel Kießling (19.) 0:2 Marcel Kießling (30.) 0:3 Philipp Sovago (35.) 0:4 Califo Baldé (40.) 0:5 Philipp Sovago (44.) ------------------------------------------ 0:6 Marcel Kießling (68.) 0:7 Louis Schädel (81.) 1:7 Max Hausdörfer (87.)
SV 08 Steinach: Kevin Eichhorn-Jeremias-Sohn - Heublein (C / 86. Sebastian Sell), Sperschneider (46. Scheler), Heinz, Lorenz, Philipp Sell, Scheler-Stöhr, Liesmann (88. Schubert), Winter (46. Leipold), Träger (86. Hausdörfer), Wenke
BSG Wismut Gera: Seefeld - Güttich (C / 55. Boser), Haupt, Kubitz, Kießling, Sovago (63. Tanneberg), Frackowiak (67. Fromm-Kruschel), Greif, Seidel, Hoffmann (67. Grabs), Baldé (55. Schädel)
Zuschauer: 520
Schiedsrichter: Christopher Jänike (Jena)
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