Meuselwitz souverän, Jena dramatisch ins Endspiel
Der ZFC Meuselwitz machte mit einem verdienten 3:1 bei Bad Frankenhausen das dritte Thüringenpokal-Finale in Serie perfekt, während der FC Carl Zeiss Jena in einem denkwürdigen Derby nach 5:5 nach Verlängerung Rot-Weiß Erfurt im Elfmeterschießen mit 9:7 niederrang. Damit treffen am 24. Mai im Endspiel zwei Regionalligisten aufeinander, die ihre Halbfinalaufgaben auf völlig unterschiedliche Weise lösten: Meuselwitz abgeklärt und effektiv, Jena nach einem packenden Kraftakt.

Drittes Finale in Serie: ZFC Meuselwitz setzt sich in Bad Frankenhausen durch
Als der Schlusspfiff über den nassen Platz von Bad Frankenhausen hallte, stand es fest: Der ZFC Meuselwitz hat abermals das Tor zum Finale des Thüringenpokals aufgestoßen. Mit einem verdienten 3:1-Erfolg beim tapfer widerstehenden SV BW 91 Bad Frankenhausen sicherte sich der Regionalligist zum dritten Male in Folge den Einzug in das Endspiel.
Es war kein Nachmittag für fein ziselierte Fußballkunst. Kalter Regen peitschte über das Geläuf, der Boden war schwer, und der Kampf bestimmte früh das Bild. Doch inmitten dieser rauen Pokalwirklichkeit zeigte Meuselwitz jene Reife, die eine gestandene Mannschaft auszeichnet. In der 10. Minute segelte eine Flanke von David Pfeil auf den langen Pfosten, wo Christoph Pauling, sträflich frei gelassen, mit Entschlossenheit zur Führung einschoss.
Bad Frankenhausen aber senkte nicht das Haupt. Mit ehrlichem Herzen, mit Fleiß und ungebrochenem Mut stemmten sich die Gastgeber gegen das drohende Ausscheiden. In der 31. Minute lag der Ausgleich in der Luft, als eine scharfe Hereingabe durch den Strafraum fuhr, doch es fand sich kein Vollstrecker, der das Leder entscheidend über die Linie drückte. So blieb es bei der knappen Führung der Gäste, die kurz vor der Pause durch Balde noch einmal gefährlich vor dem Tor erschienen, jedoch an dem aufmerksamen Schlussmann Sünkel scheiterten.
Nach dem Wechsel bot sich den Zuschauern weiterhin ein harter, bisweilen verbissener Pokalfight. Bad Frankenhausen mühte sich mit aller Kraft, dem Spiel eine Wendung zu geben. In der 63. Minute schien die Stunde des Hoffens gekommen, als Erik Schneider nach rasch ausgeführtem Freistoß abzog. Doch Lukas Sedlak, der Hüter des Meuselwitzer Tores, reckte sich mit letzter Konsequenz und wahrte den Vorsprung.
Dann aber schlug die Stunde der Entscheidung. In der 69. Minute nahm Theo Teßmer Maß und sandte den Ball aus gut 24 Metern flach und unhaltbar zum 2:0 ins Netz. Das war der Treffer, der den Widerstand des Thüringenligisten empfindlich traf. Und als Luis Fischer zehn Minuten später nach einer Hereingabe von Balde mit einem kunstvollen Fallrückzieher gar das 3:0 erzielte, da hatte diese Begegnung ihren glänzenden Höhepunkt gefunden.
Den Gastgebern blieb immerhin noch der verdiente Lohn ihres unermüdlichen Ringens. In der Schlussminute verwandelte Erik Schneider einen Strafstoß sicher zum 1:3 und setzte damit den letzten Akzent eines Pokalspiels, das von Einsatz, Hingabe und manch markanter Szene lebte.
So zieht der ZFC Meuselwitz wiederum in das Finale ein. Bad Frankenhausen hingegen schied aus, durfte den Platz jedoch erhobenen Hauptes verlassen. Denn an Mut und Opferwillen hatte es den Gastgebern an diesem regnerischen Nachmittag wahrlich nicht gefehlt.
SV BW 91 Bad Frankenhausen vs. ZFC Meuselwitz 1:3 (0:1)
Tore: 0:1 Pauling (10.), 0:2 Teßmer (69.), 0:3 Fischer (79.), 1:3 Schneider (90./Elfmeter)
Zuschauer: 1.171
Aufstellung Bad Frankenhausen
Sünkel - Skaba (89. Schneegaß), E. Schneider, K. Schneider, Kell, Schlätzer (68. Bickel), Lobodasch (68. Gödicke), Meier (78. Helbing), Liese, Ränke, Riedel.
Aufstellung ZFC Meuselwitz:
Sedlak (88. Fietz) - Rehder, Jeck (58. Teßmer), Pfeil, Wurr, Nitschke, Pauling (72. Fischer), Schmökel, Balde, Bürger (88. Seidemann), Hansch
Carl Zeiss Jena ringt RW Erfurt nieder
Im zweiten Halbfinale der beiden Regionalligisten erlebten 15.040 Zuschauer im ausverkauften Steigerwaldstadion ein Pokalspiel von seltener Dramatik. Nach 120 Minuten stand ein denkwürdiges 5:5 zwischen dem FC Rot-Weiß Erfurt und dem FC Carl Zeiss Jena zu Buche, ehe sich die Gäste aus Jena im Elfmeterschießen mit 9:7 durchsetzten und damit in das Finale einzogen.
Die Begegnung begann mit großer Unruhe und führte die Massen früh in ihren Bann. Schon in der 3. Minute brachte Justin Schau die Jenaer in Führung, doch Erfurt antwortete fast postwendend durch den von Maxime Awoudja verwandelten Strafstoß zum 1:1. Die Gäste blieben jedoch gefährlich und zogen durch Kevin Lankford, der in der 12. und 42. Minute traf, wieder davon. Dazwischen hatte Obed Ugondu für Rot-Weiß zum 2:2 ausgeglichen. So ging es mit einer knappen 3:2-Führung des FC Carl Zeiss in die Pause.
Nach dem Wechsel nahm das Spiel weiter an Fahrt auf. Til Linus Schwarz stellte in der 55. Minute auf 3:3, und als Sören-Kurt Reddemann mit einem Eigentor in der 81. Minute das 4:3 für Erfurt verursachte, schien das Blatt zugunsten der Hausherren gewendet. Doch dieses Derby war noch lange nicht entschieden. Nicolas Wähling traf in der 88. Minute per Freistoß zum 4:4 und rettete Jena in die Verlängerung.
Kaum hatte diese begonnen, geriet Erfurt erneut ins Hintertreffen. Ben-Luca Moritz unterlief in der 91. Minute ein Eigentor zum 4:5. Aber auch darauf fanden die Rot-Weißen noch eine Antwort. Boipelo Mashigo erzielte in der 112. Minute den erneuten Ausgleich zum 5:5 und erzwang das Elfmeterschießen.
Vom Punkt behielt schließlich der FC Carl Zeiss Jena die stärkeren Nerven. Während auf Erfurter Seite Awoudja und Assibey-Mensah nicht erfolgreich waren, verwandelte Wähling den entscheidenden Strafstoß. Damit endete ein Thüringenderby, das in seiner Wucht, seiner Spannung und seiner Torfülle noch lange in Erinnerung bleiben wird.
FC Rot-Weiß Erfurt vs. FC Carl Zeiss Jena 2:3 7:9 n.E.
Tore: 0:1 Schau (3.), 1:1 Awoudja (7./Elfmeter), 1:2/2:3 Lankford (12./42.), 2:2 Ugondu (31.), 2:3 Lankford (42.), 3:3 Schwarz (55.), 4:3 Reddemann, (81./Eigentor), 4:4 Wähling (88.), 4:5 Moritz (91./Eigentor), 5:5 Mashigo (112.)
Zuschauer: 15.000 Zuschauer

