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Männer Thüringenpokal

SV SCHOTT Jena vs. FC Carl Zeiss Jena
1 : 4

FCC dreht Stadtduell und zieht ins Halbfinale ein

Spielbericht von Homepage FC Carl Zeiss Jena

Im Viertelfinale des Thüringenpokals erzielt Dominik Bock die frühe Führung für den gastgebenden SV Schott, bevor Traumtore von Werner und Hessel noch vor der Pause die Partie drehen. Nach dem Seitenwechsel sorgen Weihrauch und Hoppe für klare Verhältnisse beim 4:1-Auswärtssieg im Paradies.

Wenn Schott gegen Zeiss im Abbe-Sportfeld spielt, ist Jenas heilige Dreifaltigkeit vereint in einem Fußballspiel. Drei namensgebende Persönlichkeiten, ohne die unsere Stadt nicht die wäre, die sie heute ist. Dabei ist der "El Glasico" keinesfalls ein "El Classico", denn erst zum vierten Mal standen sich die beiden großen Jenaer Vereine in einem Pflichtspiel gegenüber. Schott kam mit der breiten Brust eines Landesliga-Tabellenführers von der Oberaue in die angemietete ad hoc arena, in der der FCC aber von Anpfiff an die Kontrolle übernahm.

Mit drei Veränderungen in der Startelf, Härting, Werner und Seidemann begannen für Liesegang, Fritz und Prokopenko, brachte der FCC in den Anfangsminuten den Zweiklassenunterschied auch optisch auf den Rasen. Lankford und Co. scheiterten jedoch mehrfach an Glaswerk-Keeper Justin Pfeil, dem Pfosten oder sich selbst. Wie es geht, zeigte auf der anderen Seite Dominik Bock, einer von zahlreichen Schottianern mit FCC-Vergangenheit. Der in der Liga meist so tadellose Malik Talabidi zeigte sich einen Moment unkonzentriert und spielte statt seines Keepers den lauernden Bock an, der sich kaltschnäuzig zeigte, Härting umspielte und zur überraschenden Führung für den Underdog einschob.

Schott war nun mental oben auf, feierte jeden Ballgewinn und jede Grätsche, während die von Kapitän und U8-Trainer Carlos Damian dirigierte Abwehr weiterhin alle Hände voll zu tun hatte. Und mehr und mehr geriet Justin Pfeil in den Mittelpunkt. Eine Granate Hessels fischte er aus dem Dreiangel (20.), bei Lankfords Dribbling machte er sich ganz breit und es gab keinen Elfmeterpfiff (24.), Lankfords Versuch mit der Hacke entschärfte er mühelos (33.) und bei Seidemanns und Lankfords vergeblichen Rutschens in eine Flanke hatte er Glück (34.). Die Möglichkeiten des FCC waren aber nicht nur Ausdruck eigener Feldüberlegenheit, sondern auch der Räume, die der weiterhin mutig nach vorn spielende Thüringenligist anbot. Keine Spur vom sprichwörtlichen Parken des Busses, sondern die Außenseiter leisteten ihren Beitrag zu einer absolut sehenswerten ersten Hälfte, die keinen der 4.700 Zuschauer gelangweilt haben dürfte. Der stets anspielbereite Dome Bock und 14-Tore-Stürmer Benno Walter stellten die FCC-Abwehr durchaus vor Aufgaben. Nur die kostbare Führung nicht mit in die Kabine genommen zu haben, damit dürften die tapferen Erben Otto Schotts im Rückblick hadern, denn fünf Minuten vor der Pause war der Bann gebrochen. Nach einer feinen Kombination über die linke Seite landete das Leder bei Jannes Werner, der es aus 20 Metern an die Lattenunterkante und von dort über die Linie jagte. Traumtor, und es sollte nicht das letzte bleiben. In der Nachspielzeit büffelte es wieder einmal im Ernst-Abbe-Sportfeld. Der FCC hatte sich schnell um den Strafraum kombiniert, in den Maxim Hessel von links hineinzog und mit ebendiesem Fuß das Leder brutal ins lange Eck einschweißte.

Volkan Uluc brachte mit Wiederanpfiff Marcel Hoppe für Kay Seidemann, und Hoppe sollte für frischen Wind auf der linken Seite sorgen. Auch wenn die Schottianer Minuten vor der Zeit auf dem Rasen erschienen waren und somit nonverbal ihre Entschlossenheit zur Schau stellten, in den Zweikämpfen selbst waren sie nun meist nur noch zweiter Sieger. Hatten Hoppe und Butzen zuvor schon Möglichkeiten zur Vorentscheidung vergeben, so sorgte Weihrauchs trockener Abschluss zum 1:3 (60.) für klare Verhältnisse. Marcel Hoppe nur drei Minuten später mit Knallbonbon unter die Latte setzte den frühen Schlusspunkt, bevor beide Trainer ausgiebig das Wechselkontingent nutzten. Hessel, Burmeister und der nach seinem K.O. gegen Magdeburg erstmals wieder eingewechselte Eshele vergaben Riesen auf der einen Seite, während gegenüber Till Härting gegen den ebenfalls ins Spiel gekommenen Florian Nieswandt seine Klasse ausspielte.

Unter dem Strich bleibt ein Abend, mit dem niemand so richtig unzufrieden sein dürfte. Der FCC zog nach dem Schock des Rückstands am Ende ungefährdet ins Halbfinale des Thüringenpokals ein und wartet nun gespannt auf die Auslosung. Schott seinerseits darf aufatmen, dass sich angesichts der tollen Zuschauerzahl der Umzug in die ad hoc arena finanziell gelohnt hat, während man sportlich Respekt und Sympathie erwarb. So, wie sich das Carl Zeiß, Ernst Abbe und Otto Schott auch nicht harmonischer hätten vorstellen können.

Die Statistik zum Spiel:

Torfolge:
1:0 Dominik Bock (14.)
1:1 Jannes Werner (40.)
1:2 Maxim Hessel (45.+2)
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1:3 Marcel Hoppe (60.)
1:4 Marcel Hoppe (63.)

SV SCHOTT Jena:
Pfeil - Krause (79. Darwish), Damian (C), Feistner, Winkler - Bobkiewicz, Bock (67. Schlenzig) - Horack (79. Hundack), Wellmann (79. Kirchev), Miatke - Walter (67. Nieswandt)

FC Carl Zeiss Jena:
Härting - Butzen (C / 71. Krämer), Hessel, Reddemann, Talabadi - Schau (65. Hehne), Weihrauch, Werner - Burmeister (65. Kratzenberg), Lankford (80. Eshele), Seidemann (46. Hoppe)

Zuschauer: 4.684 (Ad-Hoc-Arena)

Schiedsrichter: Jason Poser (Weimar)

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