Wenn der Tabellenletzte der Oberliga auf den Neunten der Thüringenliga trifft, dann kann es, so wie es Sascha Balcerowski sah, durchaus ein Spiel auf Augenhöhe werden. Das wurde es auch, wobei die Gastgeber, wie von Hendrik Faik erwartet, „eklig, und körperbetont" auftraten und auch ihre Kopfballstärke als Pfand einbrachten.
Mit einem Sonntagsschuss exakt in den Winkel brachten die Gäste durch Marco Riemer die Einheit in Front. Dabei „stibitzte" der Schütze dem zur Pause ausgewechselten Marc Langner das Spielgerät und traf (5.). Dann wurde es das erste Mal recht kribblig im Strafraum des Oberligisten. Eine Ecke konnte Rudolstadt nicht unbedingt souverän klären und Manfred Starke köpfte das Leder von der Linie. Nicht wenige Anhänger des Teams von Fahner Höhe sahen das Leder bereits hinter dem Strich (9.). Übrigens warnte Faik seine Elf vor der „extreme Standardstärke durch die großen Jungs" des Kontrahenten. Bis auf einen harmlosen Heber von Riemer (17.) und drei Ecken, die aber alle nicht ungefährlich waren – die Einheit verbuchte zwei Standards – und einem Schuss des wegen seiner Verwarnung ausgewechselten Lenny Weigand (42.), passierte in beiden Strafräumen bis zum Pausenpfiff nicht viel, wobei es die Hausherren oft mit langen und weiten Bällen versuchten.
Der Beginn der 2. Halbzeit gehört zwar dem Gastgeber, wie Balcerowski sagte, aber ein Kopfball von Machts (51.) und ein Schuss von Stanislaw Moraru an das Außennetz (52.) zeigten, dass sich Fahner Höhe noch lange nicht aufgegeben hatte. Doch dann das – fast – erlösende 2:0. Nach einem Eckstoß von Spezialist Maximilian Schlegel lief Marco Riemer ein und versenkt den Ball als „Rakete" unhaltbar im Netz (56.). „Beim 2:0 für Rudolstadt kommt der Schütze recht frei am Elfmeterpunkt zum Abschluss. Da haben wir ein wenig geschlafen und auch die Ecke war etwas unglücklich", kommentierte der Coach der Platzelf die Situation. Dann besaß Yaser Mohammadi die große Gelegenheit, vielleicht alles klar zu machen. Doch er wurde, alleine auf das gegnerische Tor zulaufend, gerade noch abgefangen, wobei Eric Schwartz im Kasten von Fahner Höhe auch lange stehen blieb (68.). Um die 70. Minute herum habe seine Mannschaft noch einmal zulegen können und den Druck erhöht, sagte der Trainer der Gastgeber. Doch sie musste noch einen Fallrückzieher von Starke hinnehmen. Der landete zwar im Tor, aber die Abseitsfahne des Unparteiischen stand (70.). Dann wurde das Geschehen noch einmal spannend. Riemer foulte Machts, der ging zu Boden und der Schiri zeigte auf den Elfmeterpunkt. Obwohl Kunth die Ecke ahnte, verwandelte Schindler (79.). Nun hatte die Einheit einige gefährliche Momente zu überstehen, wobei die von Schindler, der am Pfosten vorbei zielte, die beste war (84.). Auf der Gegenseite stand Leonard Köhler vor dem 3:1 (87.), aber er wurde noch abgedrängt. Kurz drauf reagierte der Einheit-Keeper beim Schuss von Jan-Lucas Bärwolf prächtig und tauchte in die kurze Ecke (90.+2). Der Thüringenligist versuchte alles, wobei aus der angezeigten fünfminütigen Nachspielzeit am Ende acht Zeigerumdrehungen wurden. Sogar Schlussmann Schwarz ging mit nach vorn. Das öffnete dem gerade eingewechselten Hannes Czerwonka den freien Weg zum leeren Tor. Diese Chance ließ er sich nicht entgehen und das Leder hoppelte über die Line (90.+6).
Das sagte Sascha Balcerowski über die Partie: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Das betrifft sowohl den Einsatz als auch den Kampf bis zum Ende. Und das sogar mit einem Mann weniger. Das 2:2 wäre verdient gewesen und ich hätte gern gesehen, was wir in der Verlängerung noch geschafft hätten. Eine Stärke von uns war das Kopfballspiel nach Flanken und Einwürfen." Sein Gegenüber meinte: „Das ist ja klar, im Pokal geht es zunächst erst einmal um das reine Weiterkommen. Das war schon heute unser Ziel. Wir haben es bravourös gelöst, obwohl wir spielerisch noch viel Luft nach oben haben. Man muss es hinten heraus vielleicht nicht ganz so spannend machen. Aber in Summe ist das gerade der Sieg, den wir gebraucht haben." Nicht vergessen darf man allerdings, ohne dass es der Oberliga-Trainer Hendrik Faik in seinem Statement erwähnt hat, dass mit Sami Chentoufi, Raphael Jacky, Ole Hähnert, Richard Steinhäuser, Ron Wachs, Nima Amiri und Luca Jovic gleich sieben Akteure wegen Verletzung gefehlt haben.
Die Statistik zum Spiel:
Torfolge: 0:1 Marco Riemer (5.) -------------------------------------- 0:2 Marco Riemer (56.) 1:2 Marvin Schindler (79./ST) 1:3 Hannes Czerwonka (90.+6)
FC An der Fahner Höhe: Schwarz - Kruse, Lischke, Sennewald (63. Schindler), Bärwolf (C), Langner (46. Weiß), Moraru, Baumgarten, Norman Müller (63. Germain Luc Amoa), Bach, Machts (90. GRK)
FC Einheit Rudolstadt: Kunth - Giebel, Prokopp, Schlegel, Heß (46. Köhler), Kponton (74. Visargov / 90.+5 Hannes Czerwonka), Starke, Riemer (C), Krahnert, Rühling (57. Mohammadi), Weigand (46. Rupprecht)
Zuschauer: 112
Schiedsrichter: Philipp Keith (Arnstadt)
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