Drittes Duell, gleiches Ende – Großengottern beendet erneut Mosbachs Landespokalreise
Es gibt Dinge im Fußball, die sind einfach Gesetz. Der Ball ist rund, ein Spiel dauert 90 Minuten und der Mosbacher SV muss in der Qualifikationsrunde des Thüringenpokals immer gegen den SC 1918 Großengottern antreten. Nachdem Mosbach nun schon zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte an der Qualifikationsrunde des Landespokals teilnehmen durfte, konnten Verein und Fans fast schon erahnen, welcher Gegner wohl auf die Mannschaft warten würde. Die große Überraschung blieb erneut aus. Auch die diesjährige Auslosung bescherte der Langetal-Elf Großengottern als Gegner. Während die beiden bisherigen Pokalduelle in den Jahren 2022 und 2023 noch im Langetal ausgetragen wurden und dabei zunächst eine knappe 2:3-Niederlage sowie anschließend eine deutliche 0:9-Pleite zu Buche standen, wartete beim dritten Aufeinandertreffen eine Premiere. Erstmals in der Vereinsgeschichte musste der MSV auswärts in Großengottern antreten. Am Sonntag, den 26. Juli 2026, um 15:00 Uhr sollte dort also der nächste Versuch gestartet werden, den „Pokalfluch" gegen die Mannschaft aus dem Unstrut-Hainich-Kreis zu brechen.
Die Partie begann aus Mosbacher Sicht verhalten. In den Anfangsminuten fehlte dem MSV noch der richtige Zugriff auf das Spiel. In den Zweikämpfen kam man häufig einen Schritt zu spät, die Abstände zwischen den einzelnen Ketten passten noch nicht und insgesamt wirkte der Auftritt noch etwas unsicher. Nachdem es dem MSV gelungen war, diese erste Phase zu überstehen, präsentierte man sich defensiv deutlich gefestigter und stabiler. Die Mannschaft hatte nun mehr Zugriff auf die Partie und zeigte, dass sie bereit war, den Kampf anzunehmen. Große Probleme bereiteten jedoch weiterhin die langen Bälle aus der Spielfeldmitte auf die linke Außenbahn der Gastgeber. Bereits mehrfach zuvor hatte Mosbach Glück, dass daraus keine gefährlichen Situationen entstanden. In der 17. Spielminute war es dann jedoch soweit. Nach einem hervorragend getretenen Ball auf die Außenbahn und einer perfekten Annahme sowie Mitnahme setzte sich Großengotterns linker Flügelspieler mit hohem Tempo Richtung Grundlinie durch. Der MSV konnte diesem Lauf nichts mehr entgegensetzen, sodass der Angreifer anschließend nahezu unbedrängt in den Strafraum zurücklegen konnte. Dort musste sein Stürmerkollege die Vorarbeit nur noch verwerten und schob zur 1:0-Führung für die Gastgeber ein. Der MSV zeigte daraufhin eine gute Reaktion. Man verfiel nicht in Hektik, ließ sich durch den Rückstand nicht aus dem Konzept bringen und versuchte weiterhin, den eigenen Matchplan umzusetzen. Offensiv war zwar noch etwas Sand im Getriebe, dennoch erspielte sich Mosbach erste gute Ansätze und kam zu den ersten Halbchancen. Um die 30. Spielminute herum bot sich dann die erste große Mosbacher-Gelegenheit auf einen Treffer. Nach einem Freistoß konnte ein Verteidiger der Gastgeber den Ball zunächst per Kopf klären. Dominik Stöber setzte jedoch nach und brachte den Ball von der Strafraumkante ebenfalls per Kopf gefährlich zurück in den Sechzehner. Tobias Kiesel erkannte die Situation schnell, zog aus der Drehung ab und setzte seinen Abschluss nur hauchdünn am rechten Pfosten vorbei. In den ersten 45 Minuten entwickelte sich eine eher ausgeglichene Partie, in der beide Mannschaften offensiv nur selten zwingend wurden. Großengottern hatte dabei zwar vereinzelt leichte Vorteile und kam dem zweiten Treffer in 1-2 Szenen näher, doch insgesamt begegneten sich beide Teams im ersten Durchgang auf Augenhöhe.
Mit Beginn des zweiten Durchgangs veränderte sich die Spieldynamik. Das Momentum lag nun zunehmend auf Seiten des MSV und die 123 Zuschauer sahen einen deutlich forscher auftretenden Gast, der nach Wiederanpfiff sofort besser in die Partie fand. Großengottern, die in der Landesklasse Staffel 2 beheimatet sind und die vergangene Spielzeit auf dem zehnten Tabellenplatz beendeten, wurde in dieser Phase wenn überhaupt hauptsächlich durch Standardsituationen gefährlich. Einige Freistöße senkten sich dabei tückisch in Richtung des zweiten Pfostens, konnten von den Gastgebern dort jedoch nicht entscheidend verarbeitet oder verwertet werden, sodass für das Mosbacher Tor keine größere Gefahr entstand. In der 53. Spielminute bot sich dann die größte Gelegenheit für den MSV in diesem Spiel. Nach einer Flanke in den Strafraum an den zweiten Pfosten konnte sich Jonas Mäurer clever von seinem Gegenspieler lösen und kam aus kurzer Distanz zum Kopfball. Diesen setzte er eigentlich perfekt in Richtung der kurzen Ecke, doch Großengotterns Schlussmann reagierte stark und verhinderte mit einer erstklassigen Parade den Ausgleich. Mosbach warf in der Schlussphase noch einmal alles hinein und zeigte in jedem Zweikampf die nötige Leidenschaft. Auch wenn man einige Male gefährliche Ballgewinne in aussichtsreichen Positionen verzeichnen konnte, blieb die ganz große Ausgleichschance jedoch aus. In der 86. Spielminute brandete dann kurzzeitig Jubel auf Seiten der Gastgeber auf. Nach einem Standard konnte Constantin Marx den ersten Abschluss zunächst parieren, doch der zweite Ball landete vor den Füßen eines Großengotterner Spielers. Der Sportclub ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und schob zum vermeintlichen 2:0 ein. Die endgültige Entscheidung blieb jedoch aus, denn der Unparteiische erkannte die Situation korrekt und entschied, wenn auch hauchdünn, auf Abseits. In der Folge passierte nicht mehr viel und so musste sich der Mosbacher SV zum dritten Mal in der Qualifikationsrunde des Thüringenpokals dem SC 1918 Großengottern geschlagen geben.
Trotz der Niederlage und der damit verpassten Qualifikation für die 1. Hauptrunde des Thüringenpokals kann der MSV auf einen insgesamt sehr ordentlichen Pflichtspielauftakt zurückblicken. Gegen eine auf diesem Niveau gefestigte Mannschaft, die seit der Saison 2018/19 ununterbrochen in der Landesklasse Staffel 2 spielt, konnte man über die gesamten 90 Minuten mithalten. Bei einer besseren Chancenverwertung wäre an diesem Nachmittag sicherlich auch mehr möglich gewesen. Genau diese Erfahrungen sind es jedoch, die den Mosbacher SV auf dem eingeschlagenen Weg weiterbringen werden. Trotz des Ausscheidens kann das Team gemeinsam mit seinen Fans auf eine mutmachende Leistung zurückblicken und mit viel Zuversicht auf das bevorstehende Landesklassendebüt schauen. Dieses findet am Sonntag, den 2. August 2026, um 15:00 Uhr im Langetal gegen den SV Wacker 04 Bad Salzungen statt.
Die Statistik zum Spiel:
Tor: 1:0 Sascha Scholl (17.)
SC 1918 Großengottern: Bärtig - Dobeneck, Schmidt, Euchler (C / 68. Langer), Walter (78. Lochmüller), Schaffel (88. Baumbach), Scholl, Tim Stedefeld, Carius, Rick Stedefeld, Pollex
Mosbacher SV 1911: Marx - Bruder, Brandau (C), Kehr, Kiesel (89. Räsner), Peterhänsel (84. Hirschel), Lippold, Stöber, Stieler, Mäurer, Hellmuth
Zuschauer: 123
Schiedsrichter: Franz Sander (Gaberndorf) |